Manche haben alles
Andere haben keine Wahl
Wie der Typ da vorne
Hockt immer am Kanal
Und er zählt die Schiffe
Riecht nicht mehr wie’s stinkt
Hockt und starrt auf’s Wasser
Bis die Sonne sinkt
Er sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Eine kleine Möwe
Fliegt ganz dicht vorbei
Er schaut ihr lange hinterher
Er wäre gern so frei
Doch die Langeweile
Kriecht den Nacken rauf
Dringt durch alle Poren
Und frißt die Seele auf
Er sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Salz in der Luft
Salz auf der Haut
Der Wind streicht ihm zärtlich
Durch’s Haar
Die Fenster geöffnet, die Türen
Sind auf
Und alles wie’s früher mal war
Er sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Sieht den Kanal
Und träumt vom Meer
Das ich nachts nicht schlafen kann
Weil Gedanken mich befallen
Ich wach lieg bis zum Morgengrauen
ohne Gott und Selbstvertrauen
Zeilen, die ‘grad aufgeschrieben
verwerf ich – sind sie untertrieben
angepaßt,zurechtgebogen
um nicht zu sagen – glatt gelogen
Daß ich nicht anders kann
und nur darüber singe –
Das ist der Stand der Dinge
Oh, der Stand der Dinge
Dem Elend Ausdruck zu verleihen
und meine Wut hinaus zu schreien
Es fällt mir schwer
Tag für Tag
So schwer, daß ich fast nicht mehr mag
Und jeder positive Text
klingt für mich wie aufgesetzt
Den ausgerollten Teppich
braucht die Hoffnung nicht – wozu den auch?
Daß ich bei jedem Lied mich frag;
was es letztlich bringt
Das ist der Stand der Dinge
Oh, der Stand der Dinge
Das Fernsehen rauscht nach Sendeschluß
Bin eingeschlafen
Doch Dein Kuß, der weckt mich auf
Du streichelst mich
Ganz nah vor mir ist Dein Gesicht
Du schaust mich an
Du bist so Frau
Du bist so Mensch
und ganz genau der Grund
warum ich immer noch nicht aufgegeben hab
Und doch spielt mancher irgendwo im Land
mit einer scharfen Klinge
Das ist der Stand der Dinge
Fühl mich erschlagen von dem Tag
der nicht mal angefangen hat
Das Frühstück steht da, wie verlor’n
Nicht angerührt und Du bist durch die Tür
Spür die Tränen im Gesicht
Laß es kommen, wehr mich nicht
In mir drinn ist es so leer
Warum ist ein leerer Kopf so schwer?
Und der Traum, mit Dir alt zu werden
scheintt ausgeträumt
Schmilzt wie Butter in der Sonne
Und der Tisch wird abgeräumt
Es tut weh – wie beim ersten Mal
Es tut weh – einfach jedesmal
Es tut weh – heut ein bischen mehr
weil ich weiß; alle Tränen der Welt
und Versprechungen, die man eh nicht hält
bringen Dich nicht mehr her
Wir wollten alles und noch mehr
Doch daß es so zu Ende geht
so ganz gewöhnlich – tut am meisten weh
Du stehst vor mir und fragst mich:
“Wie, wie heilt man Gefühlslegasphemie?”
Ich weiß nicht mal wie man das schreibt
Und sage nur: “Es tut mir leid!”
Und die Tür fällt in’s Schloß und all die Jahre sind um
Das ging alles viel zu schnell
Ich weiß nicht mal genau warum
Es tut
Gib mir die Kraft das durchzuhalten
Gib mir den Mut weiterzugehen
Gib mir die Hoffnung in der tiefsten Nacht
den nächsten Tag zu sehen
Gib mir den Mut mich aufzulehnen
Hilf, meine Liebe zu bewahren
Gib mir die Stimme, in der Stille
die Wahrheit laut zu sagen
Gib mir den Blick all das zu sehen
was täglich um mich rum geschieht
Gib mir Verstand es zu verstehen
Gib mir Kraft das aufzuhalten,
was uns so unaufhaltsam scheint
Gib mir die Wärme in der kalten Zeit
Laß mich nicht erfrieren
Gib mir die Kraft nie aufzugeben
trotz all der Dummheit, Ignoranz
Gib mir den Mut zurück zum Leben
Laß mich nie resignieren
Gib mir die Zeit den Weg zu gehen
auch wenn er lang und steinig ist
Gib mir die Kraft es durchzustehen
Doch laß mich niemals den Verstand verlieren
Laß mich niemals Kinder schlagen
Laß mich niemals eine Waffe führen
Laß mich immer und zu jeder Zeit
alles hinterfragen
Der Bahnsteig ist verlassen
Und sie ist auch allein
Doch gerad’ diese Entscheidung
kann nur ihre Eigene sein
Der Zug hat jetzt verspätung
Das Gleis ist zugeschneit
Das scheint ihr wie ‘ne Fügung
und läßt ihr noch etwas Zeit
Die hat sie bitter nötig
Sie kam viel zu schnell hierher
Und mit gerad’ sechzehn Jahren
ist das alles ziemlich schwer
Und sie spürt zwei Herzen schlagen
Eins davon war ungewollt
Doch sie fühlt in diesen Tagen
ihr Herz voller Gold
Sie spürt zwei Herzen schlagen
Jetzt schlagen sie im Takt
und plötzlich schließt das Eine
mit dem Anderen einen Pakt
Was wär, – mal angenommen,
wenn Du und ich auf dieser Welt
uns was entgegenkommen
damit von uns beiden keiner runterfällt
Und sie spürt zwei Herzen schlagen
Eins davon war ungewollt
Doch sie fühlt in diesen Tagen
ihr Herz voller Gold
Und sie spürt zwei Herzen schlagen
Eins davon war ungewollt
Denn sie fühlt in diesen Tagen
ihr Herz voller Gold